Ausstellung zur Genfer Konvention in Luckenwalde
Eröffnung durch Professor Jürg Kesselring, IKRK Genf

 

Seit dem 20. Juni 2014 zeigt die „Stiftung Rotkreuz-Museum im Land Brandenburg“ die Ausstellung „150 Jahre Genfer Konvention“.

Zwölf Staaten – Baden, Belgien, Dänemark, Frankreich, Hessen, Italien, die Niederlande, Portugal, Preußen, die Schweiz, Spanien und Württemberg – unterzeichneten am 22. August 1864 im Rathaus von Genf die heute nach dem Tagungsort benannte Konvention. Ziel des Abkommens war die Verbesserung der bis dahin nur unzureichend organisierten Pflege Verwundeter in kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Idee für dieses Abkommen stammt vom Gründer des Roten Kreuzes, Henri Dunant, der in seinem Buch Eine Erinnerung an Solferino entsprechende Vorschläge unterbreitet hatte. Nur ein Jahr nach der Gründung des Roten Kreuzes, das mit genau diesem Ziel gegründet worden war, wurde mit der Genfer Konvention die Grundlage des humanitären Völkerrechts geschaffen. Im Laufe der Zeit wurde sie mehrfach überarbeitet und die heute gültige Form der nun vier Genfer Abkommen geht auf das Jahr 1949 zurück.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz mit Sitz in Genf wacht über die Einhaltung der Genfer Konvention. Es ist ein privatrechtlicher Verein mit völkerrechtlichem Auftrag und hat 15 bis 25 Mitglieder, Schweizer Nationalität. Das IKRK wird in bewaffneten Konflikten aktiv. Aufgrund seiner Neutralität wird es von den Konfliktparteien respektiert. Zur Ausstellungseröffnung war Professor Jürg Kesselring, selbst Mitglied des IKRK, aus der Schweiz angereist, um über humanitäre Einsätze des Roten Kreuzes aus erster Hand zu berichten.

Wie ist die Konvention entstanden? Was besagt sie? Welcher Personenkreis steht unter ihrem Schutz? Welche Verbindlichkeit hat sie? Welche Probleme wirft sie auf? In Objekten, Bildern und Texten versucht die Ausstellung, Antworten darauf zu geben. Zu den besonderen Ausstellungsstücken gehören das originale Vertragsexemplar der Genfer Konvention von 1864 aus Hessen sowie die von Kaiser Wilhelm I. unterzeichnete und vom Ministerpräsident Bismarck gegengezeichnete Ratifikationsurkunde Preußens.

Die Ausstellung ist noch zum 29. August 2014 im Foyer des „Hauses des Ehrenamts“ in Luckenwalde, Neue Parkstraße 18 zu den üblichen Geschäftszeiten (Mo-Do 8.00 – 16.30, Fr 8.00-13.00 Uhr) geöffnet. Der Eintritt ist frei. Führungen sind nach vorheriger Vereinbarungen auch zu anderen Zeiten möglich.


Quelle:

Stiftung Rotkreuz-Museum
im Land Brandenburg
Luckenwalde
Prof. Dr. Rainer Schlösser
vom 10. 07. 2014